Steuerrecht: Kosten für Arbeitszimmer bei nur geringfügiger beruflicher Nutzung nicht absetzbar

Das Finanz­ge­richt Rheinland-​​Pfalz hat in einem Fall ent­schie­den, dass die Kos­ten für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer nicht als Betriebs­aus­ga­ben bei den gewerb­li­chen Ein­künf­ten zu berück­sich­ti­gen sind, wenn nur eine gering­fü­gige betrieb­li­che Nut­zung des Zim­mers vor­liegt und der Raum zudem auch ver­ein­zelt pri­vat genutzt wird.

Die ver­hei­ra­te­ten Klä­ger sind beide berufs­tä­tig und haben zwei Kin­der. Dar­über hin­aus erhal­ten sie gewerb­li­chen Ein­künf­ten aus dem Betrieb einer Pho­to­vol­ta­ik­an­lage. Für 2010 errech­ne­ten die Klä­ger einen Ver­lust von rund 1.795 Euro und mach­ten folg­lich eine Auf­wen­dun­gen für ein Arbeits­zim­mer von 1.700 Euro als Betriebs­aus­ga­ben gel­tend. Dabei ent­spra­chen die Auf­wen­dun­gen für das Arbeits­zim­mer 8,1 % der Gesamt­kos­ten für das Wohn­haus und damit dem Flä­chen­an­teil von 11,93 qm an der Gesamt­wohn­flä­che von 149,03 qm.
Das Finanz­amt erkannte die Auf­wen­dun­gen nicht an, da es das Arbeits­zim­mer als nicht erfor­der­lich ansah. Das Ehe­paar legte Ein­spruch ein und klagte sodann. Die Klage blieb aller­dings erfolg­los.

Ein zu pri­va­ten Zwe­cken genutz­ter Raum ins­ge­samt nicht absetz­bar

Nach dem Finanz­ge­richt Rheinland-​​Pfalz war nicht die Erfor­der­lich­keit aber der Umfang der Pri­vat­nut­zung eines häus­li­chen Arbeits­zim­mers zu prü­fen. Auf­wen­dun­gen für ein sol­ches Arbeits­zim­mer, wel­ches sowohl zur Erzie­lung von Ein­künf­ten als auch (in gro­ßem Umfang) zu pri­va­ten Zwe­cken genutzt werde, seien ins­ge­samt nicht absetz­bar, so das Gericht. Das Gericht war der Über­zeu­gung (durch Fest­stel­lun­gen von Ermitt­lungs­be­am­ten), dass das Arbeits­zim­mer allen­falls wenige Stun­den pro Jahr für betrieb­li­che Zwe­cke und im Übri­gen pri­vat oder gar nicht genutzt wor­den sei. Dem­nach liegt dem Arbeits­zim­mer nur eine gering­fü­gige betrieb­li­che Nut­zung zu Grunde und der Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug sei zu ver­sa­gen.

Nur unwe­sent­li­che unter­ge­ord­nete pri­vate Nut­zung des Arbeits­zim­mers tole­rier­bar

Ein Steu­er­pflich­ti­ger kann nach § 4 Abs.5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG i.V.m. § 9 Abs. 5EStG Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer nur abset­zen, wenn für die betrieb­li­che oder beruf­li­che Tätig­keit kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung steht. Hier ist die Höhe der abzieh­ba­ren Auf­wen­dun­gen auf 1.250 Euro begrenzt. Die­ser Betrag gilt der Höhe nach nicht, wenn das Zim­mer Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung bil­det.

Eine unwe­sent­li­che bzw. unter­ge­ord­nete pri­vate Nut­zung des Arbeits­zim­mer könne aber tole­riert wer­den. Dies muss im Ein­zel­fall geklärt wer­den.
Das Finanz­ge­richt Rheinland-​​Pfalz ver­tritt dazu in sei­nem aktu­el­len Urteil die Auf­fas­sung, dass es keine all­ge­mein­gül­tige, son­dern eine am Umfang der betrieblichen/​beruflichen Nut­zung sei schon eine ver­ein­zelte pri­vate Nut­zung des Rau­mes schäd­lich.

Finanz­ge­richt Rheinland-​​Pfalz, Urteil 25.01.2018, 6 K 2234/​17.

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