Unzulässigkeit von Anrufen zum Zwecke der Abwerbung

Ent­schei­dung

Ruft ein Per­so­nal­be­ra­ter oder Recrui­ter einen Arbeit­neh­mer zum Zwe­cke der Abwer­bung am Arbeits­platz an, besteht darin eine unlau­tere Behin­de­rung der Betriebs­ab­läufe. Es sei denn, das Gespräch geht nicht über eine erste kurze Kon­takt­auf­nahme hin­aus. Das OLG Frank­furt am Main hat wei­ter­hin ent­schie­den, dass sich der Abwer­bende ver­ge­wis­sern muss, dass sich der Ange­ru­fene nicht am Arbeits­platz befin­det.

Rechts­fall

In dem kon­kre­ten Fall wurde ein Arbeit­neh­mer von einem kon­kur­rie­ren­den Unter­neh­men in einem Zeit­raum von fünf Tagen sie­ben Mal auf sei­nem pri­va­ten Handy kon­tak­tiert. Der Arbeit­ge­ber begehrte dar­auf­hin das Unter­las­sen die­ser Abwer­be­an­rufe. Das Land­ge­richt gab dem Antrag statt. Die Beru­fung der Antrags­geg­ne­rin hatte kei­nen Erfolg. Durch die Abwer­be­ver­su­che sei der Arbeit­ge­ber gezielt behin­dert wor­den, wie das OLG Frank­furt am Main begrün­dete.

Hin­ter­grund

Abwer­be­ge­sprä­che gel­ten dann als wett­be­werbs­wid­rig, wenn sie inhalt­lich und zeit­lich über eine bloße erste Kon­takt­auf­nahme hin­aus­ge­hen. Der Anruf sollte nicht län­ger als fünf Minu­ten dau­ern und das Job­an­ge­bot nur kurz vor­stel­len. Wäh­rend der bran­chen­üb­li­chen Büro­zei­ten sollte sich der Recrui­ter ver­si­chern, dass sich der Arbeit­neh­mer nicht an sei­nem Arbeits­platz befin­det. Dabei ist es uner­heb­lich, ob die Kon­takt­auf­nahme über eine dienst­li­che oder pri­vate Tele­fon­num­mer erfolgt.

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